Marco arbeitet als Components Manager bei Pepperl+Fuchs in Mannheim und widmet sich in seiner Freizeit leidenschaftlich dem Ausdauersport. Als Quadrathlet bestreitet er die vier Disziplinen Schwimmen, Radfahren, Kajakfahren und Laufen. Im Interview erzählt er, wie sich Beruf und Sport vereinbaren lassen und welche Parallelen er zwischen Sport und Arbeitsalltag sieht.
Hallo, Marco. Bevor wir auf deine sportlichen Aktivitäten eingehen: Erzähl doch erstmal, was du genau bei Pepperl+Fuchs machst.
Klar, gerne. Ich bin Components Manager für elektronischen Bauelemente. Das bedeutet, ich bin die zentrale technische Ansprechperson zwischen den Herstellern unserer Bauteile und unserer Entwicklungsabteilung. Außerdem berate ich unsere Entwickler*innen, vermittle zwischen den beiden Bereichen Materialplanung und Entwicklung und stelle sicher, dass in unseren Produkten die richtigen Bauteile verwendet werden. So schaffe ich die Grundlage, dass wir auch künftig unsere Produkte zuverlässig fertigen können.
Der Weg zum Quadrathlet

Wie bist du zum Quadrathlon gekommen?
Bereits mit drei Jahren saß ich das erste Mal in einem Kajak, da meine Eltern beide Kanufahrer waren. Seitdem hat mich der Sport nicht mehr losgelassen. Auch mein Bruder betreibt den Sport schon sein Leben lang. Der Kanusport ist quasi Familiensache. Vor drei Jahren passten meine privaten Pläne nicht mehr zu den Regattaterminen. Deshalb war ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, um meine Motivation im Training aufrechtzuerhalten. Vereinskolleg*innen erzählten mir vom Quadrathlon, und ich dachte sofort, dass diese Sportart gut zu mir passen könnte. Somit hat mit dem Start meiner beruflichen Karriere bei Pepperl+Fuchs auch meine sportliche Karriere eine Wende genommen.
Was treibt dich an?
Mein größter Antrieb im Training waren schon immer die Wettkämpfe. Ich liebe es, mich mit anderen zu messen, Erfolge zu feiern – sowohl im Einzel- als auch im Teamsport. Gleichzeitig gehört es für mich auch dazu, mit Rückschlägen umzugehen und zu akzeptieren, dass nicht immer alles nach Plan läuft. Besonders motivierend ist für mich der Rückhalt meiner Familie, die bei jedem Wettkampf mitfiebert. Natürlich spielt auch der gesundheitliche Aspekt eine Rolle. Oder wie mein Opa immer sagte: „Wer rastet, der rostet.“
Die Sportarten im Gleichgewicht
Hast du einen konkreten Trainingsplan?
Eine normale Trainingswoche umfasst etwa zehn Stunden. Ich trainiere täglich und an zwei bis drei Tagen pro Woche sogar zweimal. Dabei versuche ich, alle vier Sportarten im Gleichgewicht zu halten, gleichzeitig fokussiere ich mich aber auch auf die Sportarten, in denen ich in der vergangenen Saison noch nicht ganz mithalten konnte. So trainiere ich jede Disziplin mindestens zweimal pro Woche.
Was war dein persönliches Ziel für diese Saison?
An zwei Wettkämpfen habe ich bereits teilgenommen. Mit dem Vizeeuropameistertitel beim ersten Wettkampf in der Staffel und einem Weltcupsieg in meiner Altersklasse beim zweiten Wettkampf, habe ich schon Erfolge feiern können. Mein zugebenermaßen ambitioniertes Ziel war es, eine Medaille jetzt im Juli bei der Weltmeisterschaft in Bydgoszcs zu gewinnen. Leider habe ich mich verletzt und konnte nicht starten. Ich hoffe, Anfang August beim Weltcup und der Deutschen Meisterschaft in Schleusingen teilnehmen zu können.

Beruf und Sport vereinbaren

Wie vereinbarst du Beruf und Training?
Dank der flexiblen Arbeitszeiten bei Pepperl+Fuchs habe ich viele Möglichkeiten, um Training und Beruf optimal zu vereinbaren. So mache ich beispielsweise, wenn es mein Terminplan zulässt, eine längere Mittagspause und gehe Laufen oder Schwimmen. Ich versuche zudem Wege zu kombinieren und unnötige Fahrten zu vermeiden. So fahre ich morgens bereits mit gepackter Tasche ins Büro, um direkt nach Feierabend trainieren zu können.
Gibt es Parallelen zwischen deinem Sport und deinem Arbeitsalltag?
Meiner Meinung nach gibt es viele Parallelen. Man lernt im Sport mit Erfolgen sowie Niederlagen richtig umzugehen, besonders wenn es darum geht, Leistungen zu erbringen. Wenn man beispielsweise ein Projekt erfolgreich abgeschlossen hat, könnte man sich auf den Lorbeeren ausruhen, aber der sportliche Gedanke sieht immer die nächste Herausforderung. Auch Rückschläge gehören dazu. Wenn etwas nicht wie geplant läuft oder Fehler passieren, lernt man im Sport, diese zu analysieren und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Genau diese Einstellung hilft mir auch im Berufsalltag. Besonders im Staffel-Quadrathlon sehe ich eine Parallele zur Teamarbeit. Jeder bringt seine Stärken ein, die erkannt, gefördert und gezielt eingesetzt werden sollten. Der Erfolg im Team ist größer, da man ihn Teilen kann.
Wie beeinflusst der Sport deinen Arbeitsalltag?
Sport hilft mir dabei, den Kopf freizubekommen. Oft habe ich schon während einer Trainingseinheit die Lösung oder zumindest einen neuen Ansatz für ein Problem gefunden, das mich im Arbeitsalltag beschäftigt hat.
Wenn du deinen Kolleginnen und Kollegen eine Sache aus dem Ausdauersport mitgeben könntest, welche wäre das?
Durchhalten lohnt sich.

