Drei Jahre Studium liegen hinter Melanie: Sie studierte Elektrotechnik bei Pepperl+Fuchs in Mannheim und schrieb vor kurzem ihre Bachelorarbeit am Pepperl+Fuchs Standort in Oldham, England. Der Wunsch, ein Auslandssemester zu machen, war von Anfang an groß. Im Interview erzählt sie über ihre Erfahrungen.
Hallo, Melanie. Wie kam es zu deinem Auslandssemester?
Ich wollte schon immer ein Auslandssemester absolvieren, um neue Einblicke zu gewinnen und Erfahrungen zu sammeln. Das war auch ein wichtiger Grund, warum ich mich damals für Pepperl+Fuchs als Arbeitgeber entschieden habe. Letztes Jahr war ich im Rahmen meiner vierten Praxisphase in der Abteilung BU Innovation Unit Interface Technology R&D tätig. In diesem Zeitraum fand auch das Entwicklertreffen in Mannheim statt, bei dem Kolleg*innen aus Deutschland, England und Italien zusammenkamen. Die positiven Eindrücke aus dieser Praxisphase haben mich schließlich dazu bewogen in der international aufgestellten Abteilung nachzufragen, ob es möglich ist, meine Bachelorarbeit bei ihnen im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes zu schreiben. Und es hat geklappt!
Um was geht es denn in deiner Bachelorarbeit?
Kurz gesagt beschäftigte ich mich mit dem Redesign eines bestehenden Produkts von Pepperl+Fuchs. Das ursprüngliche Gerät wurde zuvor untersucht, und auf Basis dieser Ergebnisse entstand das neue Design. Meine Aufgabe war es, dieses Redesign hinsichtlich Funktionalität zu validieren und zusätzlich unter dem Aspekt der funktionalen Sicherheit zu bewerten.
Der Koffer ist gepackt, es geht los!

Wie war dein erster Eindruck, als du angekommen bist?
Ich habe in Oldham gearbeitet, aber in Manchester gewohnt. Mein erster Eindruck von Manchester war „Großstadt“! Besonders beeindruckt hat mich die Skyline – sehr viele Wolkenkratzer und dazwischen immer mal wieder die für England bekannten Backsteingebäude.
Im Vergleich zum Standort Mannheim wirkt Oldham natürlich deutlich kleiner, was mir aber positiv aufgefallen ist. Von meinen Kolleg*innen wurde ich sehr herzlich empfangen und hatte von Anfang an ein gutes Gefühl. Das ging auch schon bei den Vorbereitungen los. Ich wurde von den Kolleg*innen aus England und Deutschland, als auch von der Ausbildungsabteilung sehr unterstützt.
Du hast dich also dort im Team wohlgefühlt?
Ja, sehr. Alle waren sehr freundlich zu mir und hatten immer ein offenes Ohr für mich. Als ich ankam, hatten die Kolleg*innen gerade ein Projekt abgeschlossen und um diesen Erfolg zu feiern, fuhren wir alle gemeinsam zum Dovestone Reservoir bei Greenfield. Dort waren wir gemeinsam spazieren und anschließend etwas essen. Das hat den Teamgeist sehr gestärkt.
Raus aus der Komfortzone
Gab es denn auch Herausforderungen?
Ich habe das erste Mal längere Zeit im Ausland verbracht – und damit war eigentlich jeder Schritt ein Schritt raus aus meiner Komfortzone. Tatsächlich war es gar nicht so einfach, neue Leute kennenzulernen. Ich hatte ein Apartment für mich alleine, daher auch keinen direkten Anschluss z.B. durch Mitbewohner*innen. Am Ende habe ich dann aber doch ein paar Menschen kennengelernt, mit denen ich mich gut verstand und mit denen ich ab und an was unternahm.
Und wie sah deine Freizeitgestaltung aus?
Da ich wegen des längeren Arbeitsweges oft erst am späten Nachmittag zurück war, verbrachte ich meine Abende meist so: Ich stieg im Stadtzentrum aus, ging einkaufen und lies den Abend gemütlich zu Hause ausklingen. Manchmal ging ich auch ins „Northern Quarter“, ein beliebter Treffpunt für junge Leute. Am Wochenende nutzte ich die Zeit, um Manchester kennenzulernen, oder machte Ausflüge nach Liverpool und York. Ein besonderes Erlebnis für mich war das Open-Air-Konzert von Oasis. Ich hatte zwar kein Ticket, aber konnte dem Konzert von einem nahegelegenen Hügel aus lauschen.

Erfahrungen fürs Leben
Was nimmst du für dich aus dieser Zeit mit?
Mit jedem Schritt aus der eigenen Komfortzone wächst man. Dinge, die sich anfangs ungewohnt anfühlen, wie z.B. alleine essen gehen, verlieren mit der Zeit ihren Schrecken. Das hat mir geholfen, unabhängiger und selbstbewusster zu werden. Gleichzeit habe ich gelernt, offener auf andere Menschen zuzugehen. Fachlich konnte ich sehr viel über die analoge Hardwaretechnik lernen. Ich habe gelernt, wie wichtig präzises Arbeiten im Team ist, damit Ergebnisse nicht nur nachvollziehbar sind, sondern auch von anderen weiterverwendet werden können.
Welche Tipps würdest du zukünftigen dual Studierenden geben, die ein Auslandssemester machen möchten?
Melanie: Macht’s! Meiner Meinung nach gibt es keine Nachteile. Ich bin an dieser Erfahrung sehr gewachsen. Man entwickelt ein Verständnis für andere Arbeitsweisen und lernt Dinge aus einer neuen Perspektive kennen. Außerdem ist es spannend, in eine andere Kultur einzutauchen.



