Ein Auslandssemester während des Studiums ist eine wertvolle Chance, neue Erfahrungen zu sammeln. Janine studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Digitale Transformation bei Pepperl+Fuchs und nutzte im vergangenen Jahr die Gelegenheit, ihre Bachelorarbeit am Standort in Singapur zu schreiben. Im Interview berichtet sie über ihre Eindrücke und Erlebnisse.
Hallo, Janine. Du hattest den Wunsch deine Bachelorarbeit im Ausland zu schreiben?
Richtig, diese Möglichkeit stand schon zu Studienbeginn im Raum und mein Interesse war von Anfang an groß. Eine Kollegin, die zwei Jahrgänge über mir studierte, schrieb ihre Bachelorarbeit am Pepperl+Fuchs Standort in Singapur und war sehr begeistert von ihrer dortigen Erfahrung. In meinen verschiedenen Praxisphasen hatte ich auch immer viel mit den Kolleg*innen aus Singapur zu tun und zudem große Lust, die dortigen Prozesse und die Arbeitskultur kennenzulernen. Also teilte ich meinen Wunsch meiner Ausbildungsleiterin mit, die daraufhin den Kontakt zu den Kolleg*innen aus Singapur herstellte. Während der gesamten Vorbereitungsphase stand mir die Ausbildungsabteilung immer unterstützend zur Seite. Bezüglich Visum und Unterkunft erhielt ich wertvolle Hilfe von der Personalabteilung in Singapur.
Von Mannheim nach Singapur
Dort anzukommen war sicherlich sehr aufregend, oder? Wo hast du gewohnt?
Ja, ich war unglaublich beeindruckt von allem! Gleichzeitig war ich auch etwas aufgeregt und fragte mich, wie ich mich hier zurechtfinden und wie ich mir hier ein Leben aufbauen soll. Eine tolle Starthilfe war, dass ich gemeinsam mit einer Praktikantin und einem Kollegen aus Deutschland in einer Wohnung von Pepperl+Fuchs wohnen konnte. Dadurch hatte ich sofort Anschluss und gemeinsam unternahmen wir viel. Aber ich habe auch über eine App aktiv nach Freunden gesucht – und gefunden! Gerade in Singapur gibt es unglaublich viele Praktikant*innen aus Deutschland, ganz Europa und Australien, die genauso interessiert am Freunde finden sind, wie man selbst.
Was war denn das Thema deiner Bachelorarbeit?
Ich beschäftigte mich während meiner fünften und sechsten Praxisphase mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) im Supply Chain Management – ein relevantes Thema auch am Pepperl+Fuchs Standort in Singapur. In meiner Bachelorarbeit ging es darum, Softwarelösungen zu beurteilen, die KI-basiert das Verarbeiten von Auftragsbestätigungen im Einkauf automatisieren. Da ich vor Ort war, konnte ich mich eng mit den Kolleg*innen austauschen.
Alltag in einem fremden Land

Ein ganz normaler Arbeitstag… Wie sah dieser aus? Haben dich die Kolleg*innen unterstützt?
Ich bin immer zu Fuß ins Büro gelaufen. Bis zur Mittagspause arbeitete ich an meinem Bachelorprojekt, nachmittags bearbeitete ich dann zusätzliche Aufgaben. In der Mittagspause gingen wir meist ins nahegelegene „Hawker Center“, dort gibt es verschiedenste Essenstände. In Singapur arbeiten alle stundenmäßig mehr als in Deutschland, ich passte mich also an und machte gegen 18 Uhr Feierabend und ging danach noch zum Sport. Meine Kolleg*innen waren bei Fragen oder wenn ich noch mehr Infos brauchte sehr hilfsbereit und offen. Viele von ihnen erklärten sich als Interviewpartner*innen für mein Projekt bereit. Einige Kolleg*innen leisteten auch viel „emotionalen“ Support: Fragten mich regelmäßig, wie es mir geht, luden mich proaktiv zum gemeinsamen Mittagessen ein und veranstalteten hin und wieder After-Work-Events. Ich habe mich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt.
Was nimmst du aus der Zeit für dich mit?
Ich bin definitiv selbstständiger und selbstbewusster geworden. Zudem habe ich meine Englischkenntnisse verbessert, sowie ein besseres Verständnis für andere Arbeitskulturen und Kommunikationsstrukturen entwickelt.
Eine Erfahrung fürs Leben
Welche Erlebnisse sind dir besonders in Erinnerung geblieben?
Besonders beeindruckt hat mich die Marina Bay. Von dort aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die Wolkenkratzer des Central Business Districts, auf das berühmte Marina Bay Sands Hotel und den Merlion, das Wahrzeichen Singapurs. Dank der zentralen Lage Singapurs konnte ich auch sehr einfach in umliegende Länder reisen. Mit einer Freundin verbrachte ich zum Beispiel ein verlängertes Wochenende in Malaysia. Dort bin ich mit Schildkröten, Haien und Regenbogenfischen geschnorchelt. Das werde ich nie vergessen.
Welchen Tipp würdest du zukünftigen dualen Studierenden geben, die ein Auslandssemester machen möchten?
Gutes Englisch ist essentiell – natürlich lernt man auch viel während des Aufenthalts, aber ein solides Fundament ist unerlässlich. Das hier gesprochene „Singlish“ ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Die Einheimischen haben ihren ganz eigenen Slang, eigene Betonungen und sprechen oft sehr schnell. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran! Darüber hinaus sollte man ein sehr hohes Maß an Selbstständigkeit und Eigeninitiative mitbringen. Ich bin aktiv auf Menschen zugegangen, sowohl beruflich als auch privat. Das soziale Umfeld muss man sich einem fremden Land völlig neu aufbauen, was anfangs nicht immer leicht ist. Aber diese Erfahrung lohnt sich und ich würde es jederzeit wieder machen!




